Grundsätzliches zum Clown

Der Clown ist keine Rolle, die man spielt, sondern er entsteht auf der Basis des persönlichen Erlebens und der eigenen Erfahrungen. Das unterscheidet den Clown von einem Schauspieler. Ein Schauspieler bekommt eine Rolle und spielt diese, ein Clown entwickelt seine eigene Figur und erweckt sie zum Leben.

 

Die Clowns unterscheiden sich von Schauspielern, dass sie nie vorgeben etwas zu sein, was sie nicht sind. Sie nehmen nie Haltungen oder Rollen an, sondern sie sind Dichter und Darsteller zugleich. Sie haben nie die geringste Distanz zu ihrem Handwerk, ihrer Arbeit, ihrem Körper, ihrer Kunst, sie SIND sie selbst. Wenn ein Clown ganz bei sich ist, schaltet er den Kopf aus und lässt sich auf das Unvorhersehbare ein.

 

Ein guter Clown hat immer echte, große Probleme und findet immer Lösungen, die völlig absurd sind – aber wenn es dann klappt, liebt ihn das Publikum gerade deshalb. Der Clown nutzt im Gegensatz zum Schauspieler alles, was er zur Verfügung hat. Er hat keinen Plan und kein Konzept, an dem er scheitern könnte. Er wertet nicht. Seine Kreativität ist keinen Tabus unterstellt, seine Spontaneität kennt keine Grenzen.

Alles ist möglich!

 

Was ist der Unterschied zwischen dem Clown und dem Narren?

 

Der Narr wurde schon viel früher, in der Renaissance ab 15. Jahrhundert, zum ersten Mal erwähnt. Sehr bekannt ist der Hofnarr. Zur damaligen Zeit handelte es sich dabei aber nicht etwa um komische Figuren, sondern um eher "zwielichtige" Personen wie Spieler, Wucherer oder Gecken. Sorglosigkeit, Unbekümmertheit, schlechte Sitten und Eigensinn galten als typisch "närrische" Eigenschaften. Der Humanist und Augustinermönch Erasmus von Rotterdam rückte die beruflichen Vorgänger des Clowns in ein besseres Licht. In "Lob der Torheit" (1511) brachte er zum Ausdruck, was er in der Torheit des Narren wirklich sah: eine schöpferische Kraft, welche die Phantasie der Menschen bewegen kann. Die wohl bekannteste "weise" Narrenfigur des Mittelalters ist Till Eulenspiegel. Er galt als Spaßmacher und als Symbol des weisen Spiegels der Macht eines Königs.

 

Geschichtlich und in der Praxis gibt es viele Varianten und Überschneidungen. Es fällt oft schwer, zwischen den beiden Figuren zu unterscheiden. Der Clown ist der Spieler, der uns durch seine Spiele und Possen zum Lachen bringen will. Wir verbinden ihn mit der roten Nase und mit der kindlichen Lust am Spiel. Das Lachen, das er erzeugen will, verbindet, erfreut und befreit. Der Clown lebt im Alltag, auf der Bühne oder in der Manege. Der Narr fällt im Alltag durch sein Verhalten, seinen Witz, durch sein Scheitern oder Anderssein auf. Der Clown hat die Aufgabe, Menschen zum Lachen zu bringen, sie durch sein Spiel zu erfreuen Der Narr gilt oft als verrückt wirkt oft im Verborgenen. Der Clown gilt als Kindskopf, der sich durch seine Kleidung zu erkennen gibt. Aber beide sind bereit, den eigenen Katastrophen und dem eigenen Schatten entgegenzusehen.

 

Quellen:

 

- „Psychodrama und die rote Nase“ von Eva Dym Silberring