Straßentheater & Clown Walk Acts

Straßentheater

In den vergangenen 30 Jahren hat sich das „Straßentheater“ zu einer eigenständigen Kunstform entwickelt, die jedes Jahr viele tausend Menschen begeistert. Die Kunst begibt sich dorthin, wo sie ihr Publikum findet. Straßentheater ist der lebendigste und unmittelbarste Ausdruck urbaner Kultur. Als wahrhaft demokratische Kunstform begibt sie sich in den öffentlichen Raum, wo sie für jedermann zugänglich ist. Es ist in seinen vielen Ausprägungen ein

künstlerisch innovatives und professionelles Medium geworden, Menschen durch den unmittelbaren Kontakt für Kunst zu begeistern. Es benutzt eine universelle Sprache getragen von Bildern und Emotionen.

Plätze und Straßen erfahren Verwandlungen durch das Theater: ein Gebäude, das plötzlich zur einmaligen Kulisse wird, eine Fußgängerzone, die überraschend ganz andere Zusammenhänge schafft als die des Einkaufens, Straßen, die unerwartet eine andere Bestimmung erfahren als die des bloßen Fortkommens. Immer ist Straßentheater eine Form, sich gezielt in städtisches Leben einzubringen oder Alltagsplätze in ganz besondere Bühnen und damit menschliche Zusammenhänge zu verwandeln. Aus dem zufälligen Zusammentreffen von Passanten mit Theater ergeben sich neue, unvorhersehbare Situationen, die Stadt füllt sich mit Atmosphäre und

Emotionen. Es ist nicht einfach, eine Definition für das Genre „Straßentheater“ zu formulieren, das Wort selbst ist bereits ein Widerspruch in sich. Straßen – sind die Symbole für ständige Bewegung, für das Fortkommen, für Hektik und Eile, Autolärm, Menschenansammlungen und Enge. Das Theater hingegen ein geschützter Raum, das tägliche Leben bleibt außen vor, den Besucher empfängt gedämmtes Licht, leise Stimmen, gepolsterte Stühle – eine Bühne, ein Stück. Die selbstgenügsame Welt des Theaters erscheint als das komplette Gegenstück zu der permanenten Bewegung auf der Straße. Und doch existiert das „Straßentheater“ und andere zeitgenössische Kunstformen auf Straßen und Plätzen unter freiem Himmel. Die Künstler der Straße sind immer wieder aufs Neue in der Lage, die Zuschauer und Passanten aus dem täglichen Leben in eine Welt der Fantasie zu entführen. Das Straßentheater begibt sich inmitten all der Geschäftigkeit der Innenstädte auf die Suche nach seinem Publikum. Die Zuschauer nehmen unmittelbaren Anteil an dem künstlerischen Geschehen und insbesondere die sogenannten „Walk Acts“ benötigen diese Unmittelbarkeit. Zwangsläufig ist die Sprache von sekundärer Bedeutung. Das kann natürlich eine Einschränkung sein, erlaubt auf der anderen Seite aber die Ausbildung vielfältiger Formen der Kommunikation. Die nonverbalen Ausdrucksformen

des Theaters sind universell zu verstehen – das Publikum muss nicht dieselbe Sprache beherrschen wie die Darsteller.

Dennoch stellt sich die Frage, warum Künstler den geschützten Raum des Theaters verlassen, um sich wie in Deutschland beispielsweise widrigen Wetterbedingungen auszusetzen. Claire Howells, Gründerin von „Theater Titanick“ beschreibt die eigene Motivation, seit nunmehr 10 Jahren Theater auf der Straße zu machen folgendermaßen: „Wir erreichen mit Straßentheater sehr viele und sehr unterschiedliche Menschen, die sonst nicht unbedingt ins Theater gehen würden.“

Historisch betrachtet, bildet der Karneval wohl den bekanntesten und ältesten Vorläufer des Straßentheaters.

 

 

Clown Walk Acts

Mit eindrucksvoller Mimik und Körpersprache begeistern die Clowns meistens in einer Gruppe aber auch solo mit humorvollen Aktionen und Handlungen das Publikum. Sie setzten Akzente und bringen das Publikum zum Lachen. Bei Kulturevents, Staßenfeiern, Messen oder Firmenfesten, in Einkaufszentren oder sozialen Einrichtungen…weder Bühne noch technisches Equipment sind notwendig, denn die Clowns agieren mitten unter den Gästen. Mit wenigen Mitteln entwickeln sich Geschichten, die Besucher zum Lachen bringen. Auf Wunsch werden abgesprochene Szenen – oft zum Thema des Anlasses oder Jubiläums – in die Aktionen eingebaut.

Clown-Walk Acts machen Spaß und verwandeln jede Veranstaltung in ein einzigartiges Erlebnis. Dabei darf nie vergessen werden: Clowns sollten Profis sein, denn eine ausdrucksstarke Mimik, die die Gefühle humorvoll übertreibt, will gelernt sein. Auch die klassische Zirkusclown-Schminke ist längst out. Gut ausgebildete Clowns werden jede Veranstaltung mit einem humorvollen Stempel versehen und die Kommunikation fördern: Kunden werden neugierig und der Event bleibt länger in Erinnerung. Wichtig für die Clowns ist immer der respektvolle Umgang mit den Gästen und Kunden.

 

Nie sollten Späße auf Kosten anderer gemacht werden. Clowns – mit oder ohne rote – Nase folgen einem großen Ehrenkodex. Wer nicht nach diesem handelt, hat sich nie seiner Berufung und Aufgabe gestellt: über sich selber lachen lassen, damit die anderen Freude erfahren. Clowns, die nach dieser Devise handeln bekommen begeisterte Gäste-und Kundenstimmen. Ich rate deshalb eindringlich davon ab, Clowns ohne Ausbildung zu engagieren. Auch wenn dies eine Frage des Honorars ist: der Verlust der Stimmung ist größer als die eingesparten Gagen. Noch ist die Berufsbezeichnung Clown kein geschützter Begriff, der eine gute Ausbildung garantiert.

 

Jeder Veranstalter weiß: „Lachende Gäste sind immer zufriedene Gäste“. Clowntheater ist Kommunikation pur. Gut ausgebildete Clowns verwandeln jedes Thema mit brillanter Ausdruckskraft und begegnen Groß und Klein mit witzigen Einfällen. Durch die Interaktion der Clowns wird die Kommunikation unter den Gästen erleichtert und das Eis gebrochen. Kunden oder Publikum kommen schneller in Kontakt, denn Heiterkeit öffnet Türen. Auch schwierige Inhalte werden durch Spaß oder Leichtigkeit transportiert.

Clown Walk Acts machen Freude und verwandeln jede Veranstaltung in ein einzigartiges Erlebnis.

 

 

Quellen:

- Nicole & Jürgen Ruppert: „Why don’t we do it in the road?“, kulturbüro, Bonn

- Tamala-Center, Konstanz